Dienstag, 3. November 2015

Alles auf Anfang

Ähnlich wie den stetigen Wandel der Jahreszeiten, betrachte ich auch das menschliche Leben. Man lässt etwas wachsen, lässt es sich entfalten, in bunter Vielfalt und dann kommt irgendwann die Zeit, wo man es wieder abstreift. Neue Wege wurden am Horizont gesichtet. Ein neuer Frühling kommt.
Ich finde Veränderungen toll, Veränderungen bringen uns weiter, lassen uns wachsen, mehr vom Leben verstehen und mehr erleben. Sie können aber einem auch Angst machen, denn etwas bleibt immer zurück. Ist man bereit das zu riskieren?

In der Fotografie ist endlich für mich der Zeitpunkt gekommen, mich weiterzuentwickeln und ich freue mich darüber. Für manch jemanden mag es vielleicht suspekt oder gar traurig klingen,- aber ich möchte immer weitergehen, nie bei einem Stil verharren, mich nie festlegen. Zumindest solange nicht, bis ich das Gefühl habe zur Ruhe zu kommen.

Ein paar der Bilder, die in diesem Jahr entstanden sind mag ich nicht, andere dafür umso mehr. Ich bin stolz darauf, was ich dieses Jahr geleistet habe, mit wem ich kreativ arbeiten durfte und was für magische & epische Szenen erstellt wurden. Aber. Ich. Will. MEHR.
Gerade nach dem Sommer fiel mir auf, dass mir eine wichtige Sache in vielen meiner Fotos gefehlt hat. Echtheit. Und auch Gefühl.
Oft habe ich episch-inszenierte, wunderschöne Frauen toll in Szene gesetzt und die Bilder haben gewirkt, sie hatten ihre eigene Geschichte, ihre eigene Heldentat.
Aber das ist nicht echt genug.

Im September hat sich in meinem Leben viel verändert. Zeit wurde zu meinem größten Feind und zeitgleich zu meinem besten Freund, ich war verzweifelt, hochmotiviert, am Boden zerstört und dann wieder voller Hoffnung.  In der Zeit konnte ich mir viel über mich selbst klar werden, über das, was ich eigentlich vermitteln will und was nicht, was ich erzählen und zeigen will....und was mir an den Menschen am wichtigsten ist: Charakter.

In der Zeit vor- und ab September bekam ich fast ausschließlich nur noch TFP-Anfragen von zwar wunderschönen Frauen aber sie glichen sich alle sehr.  In keinem der Fotos, die sie mir zukommen liesen, sah ich Tiefe oder Ausdruck. Ich konnte mir einfach keine Zusammenarbeit vorstellen, denn ich sah darin nichts von mir. Zumindest nichts von dem 'Ich', zu dem ich hin wollte.

Ich vertrete die Ansicht, dass wir auf die Erde kommen um möglichst viel von uns, von zwischenmenschlichen und von der Welt zu lernen. Leid, Glück, Liebe, Einsamkeit, Trauer, Hoffnung, Wachstum, Stillstand, alles fasst für mich Emotion zusammen und ich LIEBE Emotionen. Emotionen sind toll, sie machen uns lebendig, ausdrucksstark und zu der Persönlichkeit, die wir sind. Und das ist nur ein Bruchteil der Themen, die mich wirklich beschäftigen und die ich gern bildlich umsetzen will.

Lange Rede, kurzer Sinn: Klingt wahrscheinlich alles dramatischer, als es soll. Ich möchte demnächst, ja vielleicht sogar noch dieses Jahr, allmählich neue Wege in der Fotografie einschlagen. Meinem düster-rauchig-angehauchten Stil möchte ich zwar weiter treu bleiben (Rauch Liebe, und so) aber in Zukunft will ich einfach noch mehr mit den Fotos ausdrücken können. Auch auf vergangenen Fotos wurde schon von geschulten Auge der Ausdruck meiner Models kritisiert. Doch das ist sicherlich nicht ihre alleinige Schuld, sondern auch die meiner Anweisung.
Und außerdem: da draußen gibt es so viele, tolle Menschen, die genau das ausdrücken können, das ich suche. Man muss sich nur begegnen. Und ich glaube daran, dass genau das passieren wird. <3

Ich freue mich auf abenteuerliche Herausforderungen, viele alte Gesichter, sowie Neue und ein Leben, dass ständig im Wandel ist. Denn Leben, du bist Schön. Mit all dem Licht und der Dunkelheit.

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