Montag, 14. Dezember 2015

Im Gespräch mit Tessa-Jean Cook

Foto: Alexander Ott
Hallo Tessa....schön, dass du dir für meine fancy Fragen Zeit nimmst! Fangen wir doch auch gleich mal an:
Bekannt bist du als Hobbymodel und hast schon mit vielen verschiedenen Fotografen gearbeitet.Wie fing alles bei dir an?


"Tatsächlich fing alles bei mir ziemlich unerwartet an. Ich habe persönlich nie gedacht, dass ich irgendwie für das Modeln geeignet bin, schließlich bin ich ja recht klein. Des Weiteren assozierte ich, wie wohl die meisten Menschen, Models mit extrem dünnen Frauen. Doch dann wurde ich, im Zug auf dem Weg zu einem Konzert, für das ich im Gothic-Stil gestyled war, angesprochen, ob ich denn Interesse hätte, mich fotografieren zu lassen. Der Fotograf gab mir seine Visitenkarte und ich muss zugeben, dass ich lange gehadert habe, ob ich mich darauf einlassen soll. Die Frage danach, warum ich gefragt wurde, beschäftigte mich. Mein Selbstbewusstsein war damals wohl nicht das Beste. Schließlich überredeten Freunde mich, es doch wenigstens einmal zu versuchen.

Und das war eine sehr gute Entscheidung! Bereits beim ersten Shooting merkte ich, dass es beim Modeln nicht nur darauf ankommt, dass man dasteht und gut aussieht, sondern es auch sehr viel abverlangt und ebenso sehr viel Raum für Kreativität bietet. Man muss sich auf sich und seinen Körper, seine Gestik, Mimik, Haltung und so viel mehr konzentrieren. Klingt vielleicht leicht, aber jeder, der schonmal versucht hat auf das Alles perfekt zu achten, weiß, dass es extrem hart ist. Ganz zu schweigen von den Posen, die man zum Teil halten muss, und die widrigen Wetterumstände.. Jenes bietet aber auch sehr große Möglichkeiten um seine Kreativität zu entfalten. Gute Fotos entstehen durch eine gute Zusammenarbeit und da bringt jeder seine Ressourcen mit hinein."

Foto: Liancary
...Jedoch übst du ja weit mehr Talente aus und steckst Herzblut in viele verschiedene Dinge. Was für Dinge sind das alles und was treibt dich an?


Meine größte Leidenschaft ist wohl die Kunst. Ich will es gar nicht auf irgendeinen Bereich der Kunst beschränken, ich genieße jeden kreativen Prozess. Unter Kunst fällt für mich sehr viel. Schon seit dem ich klein bin, bin ich bildkünstlerisch aktiv, weswegen ich auch auf ein Gymnasium mit einem Kunstleistungskurs ging. Ich bin wohl sehr strebsam und wollte mich immer verbessern. Doch eben jener Kunstleistungskurs half mir einen sehr ungesunden Perfektionismus abzulegen und zu verstehen, dass das Streben nach Verbesserung nicht heißt, sich immer nur zu kritisieren, sondern, dass es auch beinhaltet seine Stärken zu erkennen. Nebenher habe ich immer schon viel geschrieben, Gedichte, Geschichten oder auch nur Gedanken. Es war eine weitere kreativie Möglichkeit mich auszudrücken. Schließlich fing ich nach der Schule auch an Kopfschmücke und Shootingaccessoires zu machen. Dies war eine logische Konsequenz daraus, dass ich während meines freiwilligen sozialen Jahres im Kunstmuseum nicht so viel Geld zur Verfügung hatte, und dennoch Shootings verwirklichen wollte, die aufwändiger waren. Ich muss sowieso ständig erschaffen, demnach empfinde ich es nur als eine weitere Bereicherung meines Lebens. Ich versuche mich auch im Gitarre spielen, da mir der musikalische Ausgleich fehlte, nachdem ich in meiner Pubertät dummerweise mit dem Geige spielen aufgehört habe. Ebenso backe und koche ich liebend gerne, und finde Freude an Allem, was kreativ ist. So kam ich auch dazu, dass ich Andere (und mich selbst) für Shooting schminke.
Meine zweite, ebenso große Leidenschaft ist die Philosophie. Seitdem ich lesen kann, war ich ein Bücherwurm und kam dementsprechend früh mit ihr in Kontakt. Die Fragen, die sie stellte fazinierten mich. Ich wollte ein guter Mensch sein, ich wollte einen Sinn für mich definieren. In Allem, was ich tue, schwingt dies mit. Ich versuche zu reflektieren, mich zu verbessern, zu inspirieren und zu helfen. Drei Leitsätze habe ich mir für das Leben gesetzt: "Verursache so wenig Leid, wie dir möglich ist. "(Und das impliziert für mich, dass ich so viel Gutes verursache, wie mir möglich ist); "Akzeptiere deine Fehler als menschlich, aber lerne aus ihnen." und: "Das Leben ist schön." Als logische Konsequenz engagiere ich mich ehrenamtlich und gebe z.B. Deutschnachhilfe.

Demnach würde ich sagen, dass alles, was mich antreibt Liebe ist. Die Liebe zu mir selbst, zur Kunst, zu allen Lebewesen, zum Leben... Nachdem ich Teile meines Lebens damit verschwendet habe, verbittert, angst- und hasserfüllt zu sein, war jenes für mich in meinem bisherigen Leben die größte Erkenntnis. Aus Hass, Leid und Angst wird nur noch mehr Übel geboren. Ich habe es aufgegeben zu hassen. Stattdessen will ich das, was ich mir von dieser Welt und den Menschen wünsche, selbst sein.


Foto: A to Z Photography, Schloss Hummelshain
Kommen wir zur nächsten Frage:  Was war bisher dein aufregendstes Shootingerlebnis?

Das ist eine schwierige Frage. Aufregend waren viele. Jedes Shooting ist anders und demnach ist jedes irgendwie aufregend. Wenn man micht fragen würde, welches das Schönste bisher war, würde ich wohl sagen, dass es das Shooting mit dir und Alisa (A to Z Photography) im Schloss Hummelshain, beim "Art meets Art"-Event war. Ich habe die Atmosphäre in dieser unheimlich wundervollen Location so sehr genossen. Überall lag Kreativität und Produktivität im Raum, so viele fabelhafte Menschen agierten harmonisch, hilfsbereit und zielstrebig. Und ich selbst durfte in atemberaubenden Kleidern einen zwar anstrengenden, aber herrlichen Tag mit zwei (innerlich und äußerlich) wunderschönen Menschen verbringen. Ganz zu schweigen von den Ergebnissen, die mich noch immer total begeistern...

Ging auch schonmal etwas komplett schief? Wenn ja, wie hast du die Situation gemeistert?


Gab es schoneinmal ein Shooting, wo alles komplett gut ging? :D Ich würde sagen, dass Shootings immer gewisse Herausforderungen stellen. Sei es das Wetter, Shootingoutfits, die in der Post hängen bleiben, oder dass der Zeitplan nicht hinhaut.. Ich würde nicht sagen, dass es jemals komplett schief ging bei mir. Als erstes sollte man sich wohl bewusst sein, dass ein Shooting Teamarbeit ist, weswegen immer eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten vorhanden sein muss. Wenn man gemeinsam an einen Strang zieht, findet man immer eine Lösung. Somit ergibt sich auch der logische Schluss, dass man sich stetst bemühen sollte, produktiv für das Team zu sein. Schnell breitet sich Frustration aus, wenn irgendwas nicht klappt. Dann kann man sehr wertvoll sein, indem man aufheitert, verschiedene Lösungsansätze vorschlägt und sich selbst überlegt, wie man sich jetzt positiv einbringen kann. Aber das Wichtigste ist wohl, dass man bei sich selbst anfängt. Auch, wenn man selbst frustriert ist, sollte man versuchen, sich selbst aufzuheitern, denn sonst bringt man nur noch mehr desaströse Energien hinein. Zusammengefasst würde ich sagen, dass ich allgemein versuche mit Hilfe von Teamarbeit, Selbstreflexion und Optimismus Hindernisse zu meistern. Und bisher hat es sich immer bewährt
Foto: TUG Photography
Seit den letzten Jahren sprießen täglich neue (hobby)Fotografen und Models aus dem Boden und preisen sich (meistens für lau) der Welt an. Hast du das Gefühl, dass das der Industrie schadet oder ihr sogar zugute kommt?


Wie das "Hobby" in der Bezeichnung sagt, ist es erstmal etwas Gutes. Menschen, die einem kreativen Hobby nachkommen, sind grundsätzlich positiv. Auch für die Industrie, denn schließlich sind unter ihnen sicherlich auch viele, die wirklich Talent und können haben. Und Träume sind zum Leben da. Jedoch zeigen manche leider ein Mangel an Selbstreflexion (Man sieht, ich finde, dass Selbstreflexion ein essentieller Bestandteil eines jeden Menschen sein sollte.) Man sollte in der Lage sein, oder es sich zumindest schnell aneignen, sich selbst kritisch zu betrachten. Und dazu gehört, zu erkennen, wo die eigenen Schwächen liegen, Verbesserungsmöglichkeiten liegen oder auch zum Beispiel zu wissen, ob man in der Position ist, Geld für das zu verlangen, was man macht. (Natürlich gilt das alles auch umgekehrt – seine Stärken und Qualitäten zu erkennen und auch dann etwas dafür für seine Leistung zu verlangen) Ich gehe aber davon aus, dass sich Diejenigen mit Talent, Menschlichkeit, Ambition und den stetigen Willen zur Verbesserung sich gegenüber Denjenigen durchsetzen werden, die eben jenes entbehren. Schade ist es nur, wenn diese wundervolle Tätigkeit der Fotografie (von Seiten der Fotografen oder Models) negativ behaftet wird, wie durch gewisse Individuen, die sie missbrauchen, um z.B. Qualitativ minderwärtige Nacktfotografien von Menschen zu sammeln. Ich benutze bewusst nicht das Wort "Akt", denn auch, wenn es sich um einen extrem freizügigen Akt handelt, kann er dennoch von Qualität sein. Ob man es mag oder nicht, ist Geschmacks- und Einstellungssache.

Foto: Leonie Fietz Art

Was würdest du heute zu deinem acht Jahre jüngeren Ich sagen?


Acht Jahre. Da war ich 12... Am besten sollte ich gar nichts sagen, denn ich habe wohl jede einzelne Erfahrung gebraucht und wenn ich irgendwas anders gemacht hätte, wäre ich wohl jetzt nicht so, wie ich bin. Und momentan bin ich sehr glücklich. Vermutlich würde ich wohl sagen, dass das Leben schön ist und ich es in jeder Sekunde wertschätzen soll. Ich würde mir raten, die vielen Ängste abzulegen, die ich damals hatte. Sie hemmten mich damals sehr und es enstand viel Leid für mich daraus, denn sie führten zu Wut und Hass. Auf mich selbst und auf Andere. Ich hatte damals wegen verschiedensten Gründen eine wirkliche schwere Zeit und ich dachte, dass ich niemals glücklich werden würde, geschweige denn 20. Jetzt weiß ich es! Ich würde mich umarmen und sagen: "Hey, schau her, schau mich an. Ich bin nun 20 Jahre alt und immernoch da. Und weißt du was? Ich bin glücklich. DU bist glücklich. Glaube an dich und das Gute, die Zeiten werden besser werden."

 Danke dir,  für das Interview.
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Mittwoch, 18. November 2015

Interview: Lauren Tox Photography

Da ich meinen Blog vor dem verotten bewahren will hatte ich die tolle Idee hin- und wieder ein paar tolle Künstler, jeglicher Branche, vorzustellen und zu interviewen.
Beginnen möchte ich heute mit Lauren Tox, einer jungen ambitionierten Fotografin, die magische, düstere Welten erschafft und schon in jungen Jahren mit der Fotografie gestartet hat.

Obiges Bild war der Anfang für Laurens jetzigen Stil,
besonders freute es sie, dass sie zu dem Bild ein Tutorial im DOCMA Blog starten durfte.
1. Wie kamst du zu der Fotografie und was hast du damals bis heute gemacht? hat sich dein Stil in der Zeit vielleicht verändert?
 
Ich kam zur Fotografie durch eine meiner Bekannten, die mich dann irgendwann mit zu einem Ihrer Shootings mitgenommen hat. Wir beide waren so um die 15 oder 16 Jahre alt. Sie war damals selber Anfängerin und in der Fotocommunity angemeldet - und nach dem Shooting wusste ich, ich will das auch machen! Damals hab ich natürlich ganz klein angefangen, aber schon gleich mit Peoplefotografie gestartet. Heute habe ich, seit dem ich 17 bin, mein eigenes Kleingewerbe, shoote Auftragsarbeiten oder freie Projekte. Und zum Thema Stil: Anfangs waren es ehr natürliche Portraits mit nur einer Detail verbessernden Bildbearbeitung oder vereinzelt Farbstichen, es hatte keine wirkliche Durchgängigkeit ­­- wie auch, ich musste ja erstmal "meinen Stil" finden und ausprobieren! Heute gestalte ich meine fast schon düsteren Welten in stundenlanger Photoshoparbeit und mit noch mehr Liebe für die Feinheiten.



2. Was ist für dich das Schönste am fotografieren?

 
Wenn sich zeigt, dass die Mühe es Wert war. Wenn mir selbst und dem Model das Ergebnis gefällt und man zufrieden sein kann. Wenn andere sich ebenfalls in meinen kleinen Welten verlieren können und ein bisschen mit träumen, ist das dann noch viel besser!



3. Was war dein bisher größer Erfolg oder der Moment, wo du am meisten stolz auf dich warst?

 
Oh, ich denke ich bin zurzeit sehr stolz auf meine Veröffentlichung in der deutschen alljährlichen PhotoshopBibel 2015 in der Rubrik "beste Leserfotos" - da musste ich schon ordentlich schmunzeln. Aber egal ob "Erfolg" oder nicht, ich kenne so viele gute Fotografen die noch so unentdeckt sind - deswegen weiß ich, dass das nicht das wichtigste dabei ist. Ich fühl' mich erfolgreich, wenn meinem Model und vielleicht auch ein paar anderen Leuten gefällt, was wir da gemacht haben.



4. Was hast du für die Zukunft geplant?

 
Mehr außergewöhnliches und mehr "reale" Accessoires anstatt geshoppte. Ich liebe das digitale Basteln, aber meist lohnt es sich schon, wenn man in echte Gadgets investiert. Ansonsten lass ich mich treiben - ich bin ein Fotograf, den zu viel eigen verursachter Erfolgsdruck nur unkreativ macht. Es kommt eh alles von selbst!

5. Wie viel Arbeit steckt bei dir in der Vorbereitung? (Kostüme, Models, location, Ideensucherei)

 
Ideensucherei und Locationwahl gehen bei mir schon gut in die Zeit, auch entwerfe ich ab und an selber Accesoires wie Headpieces, Schmuck etc. Und manchmal muss eine Location auch schon etwas drapiert werden. Aber im allgemeinen bin ich jemand, der sogar relativ spontan einfach mal los will und shootet (viele Sachen wie Rauchbomben etc. hab ich eh immer daheim). Ich hab gemerkt, da kommen auch oft unverhofft gute Geschichten raus.


6. Was würdest du heute deinem 5 Jahre jüngeren Ich sagen? 

 
Nicht aufgeben. Stilsuche dauert manchmal wirklich länger als gedacht. Und stress' dich nicht selber so. Genieße deine Shootings!

7. Ein Ratschlag an andere ambitionierte Fotografen?

 
Viel ausprobieren, versuchen den Kontakt zu anderen Fotografen herzustellen (We are friends - not enemies!), sich austauschen und nur das tun, was einem selber Spaß macht. Und "Likes" sind kein Indikator für "Können und Kreativität", sondern eher für gutes Marketing!


Liebe Lauren, ich danke dir herzlich für das tolle Interview <3
http://www.lauren-tox.de/
https://www.facebook.com/LaurenToxPhotography
https://www.instagram.com/laurentox/ 


Dienstag, 3. November 2015

Alles auf Anfang

Ähnlich wie den stetigen Wandel der Jahreszeiten, betrachte ich auch das menschliche Leben. Man lässt etwas wachsen, lässt es sich entfalten, in bunter Vielfalt und dann kommt irgendwann die Zeit, wo man es wieder abstreift. Neue Wege wurden am Horizont gesichtet. Ein neuer Frühling kommt.
Ich finde Veränderungen toll, Veränderungen bringen uns weiter, lassen uns wachsen, mehr vom Leben verstehen und mehr erleben. Sie können aber einem auch Angst machen, denn etwas bleibt immer zurück. Ist man bereit das zu riskieren?

In der Fotografie ist endlich für mich der Zeitpunkt gekommen, mich weiterzuentwickeln und ich freue mich darüber. Für manch jemanden mag es vielleicht suspekt oder gar traurig klingen,- aber ich möchte immer weitergehen, nie bei einem Stil verharren, mich nie festlegen. Zumindest solange nicht, bis ich das Gefühl habe zur Ruhe zu kommen.

Ein paar der Bilder, die in diesem Jahr entstanden sind mag ich nicht, andere dafür umso mehr. Ich bin stolz darauf, was ich dieses Jahr geleistet habe, mit wem ich kreativ arbeiten durfte und was für magische & epische Szenen erstellt wurden. Aber. Ich. Will. MEHR.
Gerade nach dem Sommer fiel mir auf, dass mir eine wichtige Sache in vielen meiner Fotos gefehlt hat. Echtheit. Und auch Gefühl.
Oft habe ich episch-inszenierte, wunderschöne Frauen toll in Szene gesetzt und die Bilder haben gewirkt, sie hatten ihre eigene Geschichte, ihre eigene Heldentat.
Aber das ist nicht echt genug.

Im September hat sich in meinem Leben viel verändert. Zeit wurde zu meinem größten Feind und zeitgleich zu meinem besten Freund, ich war verzweifelt, hochmotiviert, am Boden zerstört und dann wieder voller Hoffnung.  In der Zeit konnte ich mir viel über mich selbst klar werden, über das, was ich eigentlich vermitteln will und was nicht, was ich erzählen und zeigen will....und was mir an den Menschen am wichtigsten ist: Charakter.

In der Zeit vor- und ab September bekam ich fast ausschließlich nur noch TFP-Anfragen von zwar wunderschönen Frauen aber sie glichen sich alle sehr.  In keinem der Fotos, die sie mir zukommen liesen, sah ich Tiefe oder Ausdruck. Ich konnte mir einfach keine Zusammenarbeit vorstellen, denn ich sah darin nichts von mir. Zumindest nichts von dem 'Ich', zu dem ich hin wollte.

Ich vertrete die Ansicht, dass wir auf die Erde kommen um möglichst viel von uns, von zwischenmenschlichen und von der Welt zu lernen. Leid, Glück, Liebe, Einsamkeit, Trauer, Hoffnung, Wachstum, Stillstand, alles fasst für mich Emotion zusammen und ich LIEBE Emotionen. Emotionen sind toll, sie machen uns lebendig, ausdrucksstark und zu der Persönlichkeit, die wir sind. Und das ist nur ein Bruchteil der Themen, die mich wirklich beschäftigen und die ich gern bildlich umsetzen will.

Lange Rede, kurzer Sinn: Klingt wahrscheinlich alles dramatischer, als es soll. Ich möchte demnächst, ja vielleicht sogar noch dieses Jahr, allmählich neue Wege in der Fotografie einschlagen. Meinem düster-rauchig-angehauchten Stil möchte ich zwar weiter treu bleiben (Rauch Liebe, und so) aber in Zukunft will ich einfach noch mehr mit den Fotos ausdrücken können. Auch auf vergangenen Fotos wurde schon von geschulten Auge der Ausdruck meiner Models kritisiert. Doch das ist sicherlich nicht ihre alleinige Schuld, sondern auch die meiner Anweisung.
Und außerdem: da draußen gibt es so viele, tolle Menschen, die genau das ausdrücken können, das ich suche. Man muss sich nur begegnen. Und ich glaube daran, dass genau das passieren wird. <3

Ich freue mich auf abenteuerliche Herausforderungen, viele alte Gesichter, sowie Neue und ein Leben, dass ständig im Wandel ist. Denn Leben, du bist Schön. Mit all dem Licht und der Dunkelheit.

Samstag, 10. Oktober 2015

Loslassen des 'Versager-seins"

Schon seit ich Denken kann habe ich mich immer mit anderen gemessen, alles mit mir verglichen und kam dadurch schnell zu der Annahme, dass ich ein Versager sei.
Aufgewachsen bin ich in einer Familie, wo jeder studiert hat und ein vorbildliches Abitur abgeschlossen hatte. Dadurch hat sich in mir ein Bild im Kopf ergeben, dass ich nur ein Vorzeigekind wäre, wenn ich ebenfalls das erreiche was z.B meine ältere Schwester erreicht hat. Trotz aller Bemühungen konnte ich an den Erfolg von ihr nicht anknüpfen. Ich habe eine lange Zeit darunter gelitten und sah mich als die dümmste in der Familie an. Aber heute, heute bin ich darüber hinweg.

Als dann die Zeit des Umbruchs kam und jeder eine Ausbildung anfing, da merkte ich, dass es mir nicht gut gefällt und ich es wohl abbrechen werde. Natürlich ist man da nicht gerade stolz auf sich, wenn man so etwas tut....etwas abzubrechen, egal was, ist schließlich nie schön. Und da es bei mir auch nicht nur bei einmal abbrechen blieb kamen dann von meiner Seite her auch irgendwann wieder die Vergleiche mit den anderen. Da hatten manche aus meiner ehemaligen Klasse sich schon ein Auto finanzieren können. Da waren andere, die hatten schon einen fertigen Berufsabschluss, als ich gerade das zweite Mal abgebrochen habe. Damals hat mich das sehr runtergezogen und ich fühlte mich unglaublich fehl am Platz und hatte Angst, dass ich nie etwas richtiges finden würde.
Aber heute, heute bin ich darüber hinweg.

Auch jetzt, wo ich reifer geworden bin, merke ich immernoch wie ich Vergleiche ziehe. Ich investiere jede freie Zeit und Energie in die Fotografie und dann hat man da ein Bild, von dem man ganz begeistert ist, läd es hocherwartungsvoll auf Facebook hoch und dann sehen es nur eine handvoll Leute. Scrollt man 2 Sekunden weiter runter erblickt man plötzlich ein schlechtbearbeitetes Bild, das aber mega gut ankommt. Genauso verhält sich das auch mit jüngeren Talenten, die plötzlich da sind und mehr können als du. Da ziehe ich wieder Vergleiche und merke, dass ich schlechter abschneide und falle wieder in die Rolle des Versagers. Auch hier habe ich lange, lange Zeit drunter gelitten und wollte phasenweise auch schon alles hinwerfen. Aber heute, heute bin ich darüber hinweg.

In gewisserweise wird man sein lebenlang Vergleiche ziehen, das tut jeder und das ist auch gut so. Sich mit anderen zu vergleichen ist nicht verkehrt, solange es nicht krankhaft ist. Wenn man meint sich nun runter hungern zu müssen, weil die Beautyqueen in der Klasse Größe XS hat, oder wie ich- am Leistungsdruck der Schule fast zu zerbrechen, weil man sich selbst dämliche Ziele gesetzt hat, oder mit der Musik und der Kunst aufzuhören, weil irgendein unlustiger Typ mehr Abos als man selbst hat, dann ist das nicht mehr gesund.
Und ich kann für meinen Teil sagen, dass mich das über viele Jahre hinweg sehr kaputt gemacht hat.
Ich hielt von mir nicht mehr viel und hatte schon fast Angst davor, überhaupt noch etwas zu versuchen.
Aber heute, heute bin ich drüber hinweg.

Ich wachse, ich lerne, ich entwickel mich weiter und die Fotografie war bei mir hier ein absoluter Lifechanger. Vor genau 1.5 Jahren hatte ich mich nicht getraut fremde Personen zu fotografieren, ganz zu schweigen von ansprechen. Heute ist das für mich das normalste der Welt und mit jedem Shooting werde ich noch ein wenig lockerer als am Shoot davor. Durch meine Fotos konnte ich mich nicht nur ausdrücken, sondern fand Leute, die die selbe Leidenschaft teilten. Ich fand Menschen, die begeistert waren von dem was ich tat. Irgendwann, da war ich dann auch begeistert von mir.
Ich bin vielleicht nicht der Vorzeigemensch was Karriere und ein sicheres, sorgenfreies Leben angeht.
Jedoch habe ich gelernt, was wirklich wichtig im Leben ist...und Karriere ist das nur, wenn es dich wirklich glücklich macht.  Für mich war es wichtig, mich selbst wieder mögen zu können. Einfach in den Spiegel zu schauen und zu denken "Ach, so schlimm ist das doch alles gar nicht!", die Dinge lockerer anzugehen und Niederschläge nicht mehr so ernst zu nehmen. Denn es mag sein, manchmal zwingt einen das Leben eintausendmal in die Knie...aber man steht auch eintausendundeinsmal wieder auf.
Egal wie etwas kommt, es kommt so wie es für dich sein soll.
Es liegt an uns, ob wir eine strahlende Sonne oder einen häßlichen gelben Fleck sehen.

Believe in the good things coming & don't be afraid to dream a little bigger


Sonntag, 20. September 2015

Wie man sich als Fine Art Newbie was dazuverdienen kann

Ursprünglich stammt der Begriff „Fine Art“ gar nicht aus der Fotografie, sondern bezog sich auf die Malerei. Fest definiert waren ästhetische und konzeptionelle Belange, die nichts mit der angewandten Technik, sondern lediglich mit der Darstellungsform des Motivs zu tun hatten.
In den letzten Jahren wurde „Fine Art Photography“ immer mehr zum Überbegriff für exakt und fein ausgearbeitete Bildwerke. Wer sich noch immer nichts darunter vorstellen kann, kann sich folgende Künstler genauer ansehen: Kirsty Mitchell, Anka Zhuravleva, Ines Rehberger.
Wer mit Fine Art liebäugelt muss sich jedoch im klaren sein, dass er die ersten Jahre mehr misere macht, besonders je ausgearbeiteter der eigene Stil ist.

Hochzeitsfotos, Babyfotos und simple Portraitfotos sind schnelles Geld. Zwar wird auch hier erstmal eine fette Stange Geld für besonders gutes Equipment und Ausrüstung benötigt aber wer sein Handwerk gut beherscht, der hat das Geld auch wieder schnell drin. Ein Fine Art Künstler braucht dagegen oftmals pro Bild mehrere hundert Euro zur Umsetzung einer Idee und erhält nichts als ein paar Likes im Gegenzug. Natürlich kann man nun sagen :" such dir 'nen anderen Stil!" aber oft ist das was Fine Art Fotografen ausmacht das, was von ihrem innersten kommt und das zu ändern würde an Selbstverleumdung grenzen.

Hier also mal Tipps wieder ein bisschen Geld gut zumachen:

1.) Sucht euch Menschen, die die selbe Leidenschaft teilen
Mit Menschen zu arbeiten, die genauso wie du für den Stil entbrannt sind, sind in der Regel bereit dich bei den Unkosten zu entlasten und dir zusätzlich auch bei der Location Suche, sowie der Kleidersuche zu unterstützen. Eine Zusammenarbeit sollte immer ausgeglichen und fair ablaufen.


2.) Vermiete deine Kleider/ Kostüme
Wenn du dir für ein Shooting Kleider im Wert von über 80€ kaufst, dann überlege im nachhinein diese anschließend zum 'vermieten' anzubieten. Zusätzlich kannst du auch schauen, dass du das Kleid wieder für einen ähnlichen Preis verkauft bekommst... also wenn du es ein paar mal vermietet hast und es dann verkaufst, hast du am Ende vielleicht sogar Gewinn gemacht.
Selbiges gilt für selbstgemachte Kleider.


3.) Stelle deine Bilder für Buch-, CD Cover bereit, und evtl. als Stock-Photo.
Ziehe in Betracht deine Werke an Autoren, Musiker zu verkaufen und mache darauf aufmerksam. Warte nicht darauf, dass sich jemand bei dir meldet, sondern mache unter deinen Fotos oder auf deiner Website darauf aufmerksam, dass diese erwerblich sind.
Unterschätze außerdem nicht die Stock-Community von deviantart. Dort werden auch deine unbearbeiteten Outtakes manchmal für die Benutzung eines Buchcovers angefragt. Für ein unbearbeitetes Bild kannst du zwischen 10-30€ verlangen, da du daran ja selber keine weitere Arbeit hast. An einem von dir selbst bearbeiteten Werk kannst du jedoch einiges mehr verlangen.


4.) Erstelle einen Shop
Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter, die einem so eine Dienstleistung umsonst anbieten. ( Society6, Redbubble, Etsy). Lade dort deine Bilder hoch und wähle deinen Gewinnanteil nach eigenem Ermessen aus. Hier heißt es auch wieder: warte nicht darauf, dass jemand von sich aus deinen Shop entdeckt. - Sondern weise deine Follower darauf hin, dass es ihn gibt.


5.) Biete Auftragsshootings an
- aber lasse dich nicht aus Not an Geld zu etwas überreden, dem du nicht gewachsen bist. Ich erhalte nicht selten Anfragen für klassische Hochzeitsreportagen und das Geld, das winkt klingt verlockend. Aber tu es nicht, wenn du keine Erfahrung hast und dir auch die Ausrüstung fehlt. Am Ende musst du mit dem schlechten Gewissen leben, einem Ehepaar den Schönsten Tag versaut zu haben. Biete stattdessen Fotos in deinem Stil an, während du das tust kannst du dich auch langsam in neue Bereiche vortasten, die dir auf lange Sicht vllt auch gefallen, solange du dir selbst treu bleibst.


Nach einem Jahr, in dem ich viel Epic Fantasy und Surreal Portraiture betrieben habe, kann ich sagen, dass ich bisher weit mehr misere gemacht habe, als Gewinn. Aber das ist es einem einfach Wert, denn die Momente, die man währenddessen erlebt, die Menschen, die man kennenlernt, sind einfach unbezahlbar.
Manchmal hab ich Monate, wo ich gar nichts einnehme und manchmal gibts dann einen Monat, wo dann alles aufeinmal kommt und die Freude ist umso größer.
Das wichtigste ist Geduld zu haben, erwartet nicht nach einem Jahr schon hunderte Euro zu machen.  Generell solltet ihr mit Fine Art Fotografie nicht aus dem Gedanken anfangen, um möglichst viel Profit zu erzielen.
Tut es um euch selbst auszudrücken, aus der Freude daran neue Menschen und magische Momente kennenzulernen, dann wird der Rest von selbst kommen.
<3

Freitag, 7. August 2015

Für immer Winter

(Mehr ein Musik und Bilderpost. )


"Winter is my favorite time of year. Odd, isn't it?"
"Why would that be odd?"
"I don't know, most people would say spring or summer, wouldn't they?"
"Most people are idiots."



Als wintergeborene mochte ich den Winter wohl schon immer etwas mehr als den Sommer. Im Kindesalter habe ich den Winter einfach immer mit Geschenken verbunden. Mein Geburtstag und Weihnachten liegen nah beieinander, da freut man sich als Kind natürlich. 
Aber die Liebe zum Winter solltenoch länger anhalten.

Nicht, dass ich die Sonnenstrahlen nicht mögen würde, oder das singen der Vögel am frühen morgen. Ich liebe alle Jahreszeiten, jede ist auf ihre eigene Art und Weise ganz besonders.
Doch den Winter liebe ich wohl etwas mehr und den Sommer wohl am wenigsten.

Woran das liegt, weiß ich selber nicht.
Aber es fängt wohl damit an, dass ich im Winter überwiegend ohne Jacke rumlaufen könnte, weil ich keine Kälte spüre und im Sommer hingegen würde ich ab 26° am liebsten nicht mehr aus dem Haus gehen.

An Tagen wie diesen, wo es 35° hat, wird mir wieder mehr bewusst wie sehr mich die Winterwelt fasziniert. 
Wenn die Welt einfach schläft, still liegt, begraben unter kalter Schönheit.
Wenn du nichts außer weite Schneefelder siehst und hier und da ein paar Spuren von Kleintieren, da wirst du sofort zum Fährtenleser!
Ich erwarte jedes Jahr wieder so gespannt diesen Moment, wo der erste Schnee fällt.
Für mich ist das einfach ein magischer Moment.
Ironischerweise lassen zeitgleich viele ihren Dampf über den ersten Schnee ungezügelt im Internet ab. Gut, das wir alle unterschiedlich sind.

Wie jeder andere auch, habe ich eine große Liste an Reisezielen.
Doch ganz oben, direkt unter Neuseeland stehen Island, Norwegen und Finnland. Auch die Antarktis möchte ich einmal unbedingt sehen. Alles am liebsten im Winter.
Denn ich will in diesem Leben einmal die Nordlichter gesehen haben.

Deutschland ist zunehmend frustrierend, was den Winter angeht.
Letztes Jahr hatten wir insgesamt 3-4 Wochen Schnee. Also, wo man wirklich von Schnee sprechen konnte. Die restliche Zeit war nur Matsch und Regen, viel Matsch und Regen.
Ich kann die Leute verstehen, die deswegen die Jahreszeit verteufeln...aber für mich hat so ein Wetter auch nichts mit Winter zutun.
Winter bedeutet für mich, wenn alles unter einer dicken Schneedecke begraben liegt.

Es tut mir schon fast weh, wenn ich daran denke, dass ich im Sommer nun so viel Zeit zum fotografieren hatte und mir diese Zeit sehr im Winter fehlen wird. 
Aber ich werde mich trotzdem nicht von dem Prüfungs- und Lerndruck unterkriegen lassen.
Die Ideen für winterthemen basierte Shootings sammeln sich auch schon seit März an,
ich freue mich rießig darauf, sie dann hoffentlich umsetzen zu können. :)

Sonntag, 2. August 2015

Es ist Okay, nicht okay zu sein.


Fast hätte ich diesen Blogeintrag "Die Wahrheit ist..." genannt, denn ich hatte bis heute das Gefühl, die letzten Wochen nicht ehrlich zu mir selbst gewesen zu sein. Ich war nicht okay. Und ich hatte Angst, das einzusehen.

Die letzten Wochen verbrachte ich damit mich in Arbeit zu stürzen, um mich von jedem Gedanken, den ich nicht denken wollte, ablenken zu können. Ich schlief schlecht, wachte nachts oft auf und überlegte, wann der beste Zeitpunkt wäre aufzustehen. Ich vernachlässigte meine ausgewogene Ernährung, ging kaum noch nach draußen. Ich ging engsten Freunden und meiner Familie aus dem Weg, wollte allein sein und fing schnell einen Streit an, wenn ich überfordert war. Ich stoß alles ab, was mir zu nah kam.
Objektiv betrachtet gibt es bei mir nichts, worüber ich mir großartig Sorgen machen müsste. Ich habe ein Dach auf dem Kopf, habe eine Familie, die mich größtenteils liebt und ich übe eine Leidenschaft aus, die es mir ermöglicht neue und tolle Menschen kennenlernen zu dürfen. All das fühlt sich wie eine warme Jacke an, während deine Füße immernoch blank im Schnee stehen. Es ist schön und tröstlich- aber es gibt eben immernoch etwas, das gefixt werden muss.

Ich bin vertraut mit der saisonal abhängigen Depression, wenn die Tage kürzer werden und der Mond länger am Himmel steht fühle ich, wie meine Emotionen anfangen zu überwintern. Ich werde stiller und zurückgezogener. Diese Routine, während der Wintermonate ist mir nicht unbekannt. Aber es war eine Überraschung für mich, das plötzlich im Sommer zu erleben.
Depression ist für die betroffenen eine frustrierende Krankheit. Es zeigt sich in vielen verschiedenen Seiten und es ist einfach, sie zu verbergen. Ich selber verberge sie unter anderen Dingen, die ich mit mir assoziiere: fröhlich, selbstironisch, helfend und neue Kontakte knüpfend.
Ich habe gelernt meine Angst zu maskieren.  Aber Masken, wie gut sie auch sein mögen und wie realistisch sie sich anfühlen mögen, sind dennoch zur Masken und manchmal fangen sie an zu bröckeln.

Wir wurden in eine Gesellschaft gebracht, die Schwächte fürchtet und die Emotionen fürchtet. Wir sind oftmals in dem Glauben, dass es zwar okay sei, so zu fühlen..aber man dürfte nicht darüber sprechen. Unsere "Schatten" dürfen nicht sichtbar sein- und wenn sie es sind, wissen die Menschen oftmals nicht, wie sie reagieren sollen.

Meine eigene Angst davor zu akzeptieren, dass es mir die letzten Wochen nicht gut ging, hielt mich nur davon ab, diese Phase zu meistern. Ich nannte diese Zeit "Bammel vor der Zukunft", ich nannte es "grumpy drauf sein", für mich war es Stress oder der Mangel an Schlaf. Aber das war es nicht. Ich war depressiv und hatte Angst davor, es beim Namen zu nennen. Angst davor, schwach vor mir selber zu wirken und vor anderen.
Dazu sei gesagt, dass ich glücklich bin. Ich habe jeden Tag in meinem Leben viele fröhliche Momente aber ich trage auch jeden Tag große Ängste mit mir herum, wo ich mich noch  durcharbeiten muss. Es gibt Tage, an denen ich gefüllt mit Dankbarkeit und Freude bin und es gibt Tage, an denen ich denke, dass ich niemals mehr Energie für irgendetwas haben werde.

Es ist Okay, nicht okay zu sein. Nachdem ich mir selber eingestanden habe, dass es nicht nur Stress war, der mich die letzten Wochen belastet hat, konnte ich allmählich auch wieder besser schlafen. Konnte mehr entspannen und Gespräche genießen. Ich fühle mich wieder leichter und zuversichtlicher. Ich kann meine anderen Seiten wieder stolz und unbedenklich als Etikett tragen.
Aber ich weiß auch, dass diese Phasen noch öfter kommen werden.
Vielleicht werden sie auch niemals ganz gehen, vielleicht sind sie einfach Teil des Lebens.
Aber ich bin bereit mit ihnen zu leben, auch wenn es dann manchmal schwer für mich und mein engstes Umfeld sein wird. Ich bin okay. Und ich werde Okay sein.


Dieser Post ist kein Aufruf um Hilfe. Es ist weder der Schrei nach Aufmerksamkeit noch Selbstmitleid, es ist lediglich ein Post, um mit mir selber ehrlich zu sein.. und dass ich alle Seiten von mir sein kann, ohne Angst davor zu haben.
Es ist nur eine Erinnerung daran, dass das loslassen der Dunkelheit kein Verlust bedeutet, sondern nur die Helligkeit zurückbringt.

Wenn du dich depressiv, allein und frustriert fühlst, dann kämpf dich da nicht alleine durch. Es gibt viele Wege sich da durchzukämpfen und ich füge meinen Namen zu der Liste hinzu, die du kontaktieren kannst, wenn du jemand unparteiischen zum reden brauchst.

Montag, 13. Juli 2015

Unterwasserfotografie - Erster Eindruck


F /5.6, ISO 200, S1/500, Brennweite 30mm
Am Wochenende, als ich in Tübingen war starteten Silvie, Nadja und ich den ersten Versuch von Unterwasserfotografie. Dazu kaufte ich mir vorher das DicaPac WP-S5, welches für meine Canon 550d gedacht ist. Anfangs war ich bezüglich der Kundenrezenssionen noch unsicher und hatte ein mulmiges Gefühl- aber die Tasche hält bei festen Verschluss vollkommen Dicht.

Unser Shootingsee war dagegen weniger optimal. Zwar schien die Oberfläche klar aber sobald man ein paar Minuten getaucht hatte, hat es eine ganze Menge Dreck aufgewirbelt und die Sicht wurde immer verschwommener. Lasst euch da also nicht täuschen. Bestenfalls habt ihr einen Pool. Ansonsten sucht euch ein Gewässer, das wirklich klar ist und wo vielleicht überwiegend Steine und wenig Erde und Algen drin sind.

Durch die relativ unklare Sicht im Display hat der Autofocus unter Wasser null funktioniert. Unter Wasser ist für die Kamera sowieso schon alles schwerer, mit verdreckten Wasser kann man das anfokusieren vergessen-  zumindest wenn ihr keinen präzisen und schnellen Autofocus habt. Ich verwendete die Canon 550d mit dem Kit Objektiv 18-55mm. Manuell scharf stellen ist aber auch keine Option, weil die Bedienung der Kamera durch das Gehäuse wirklich schwer ist.


Also habe ich über Wasser das Model mit Autofocus fokusiert und habe dann die Kamera blind unter Wasser gehalten, als das Model im gleichen Moment abtauchte, denn durch das Gehäuse habe ich auch unter Wasser zu wenig auf dem Display erkennen können. Das schien uns zumindest für den ersten Versuch und bei dem trüben Wasser dann noch die beste Option.


Die Brennweite stellte ich auf 30mm, da alles, was weiter weg war, im trüben Wasser unterging. So konnte ich zwar leider keine Ganzkörperaufnahmen machen, aber für den Anfang sind uns immerhin Portraits gelungen. Und das wirklich besser, als wir erwartet hatten.

Es war super lustig, wir hatten unglaublichen Spaß und ich könnte das nun jeden Tag so weitermachen. UW Fotografie fasziniert mich schon eine lange Zeit und ich kann es kaum erwarten, wenn wir den nächsten Versuch wagen. <3



Zusammengefasst: 
- Sucht euch einen relativ klaren See, der nicht nur an der Oberfläche klar aussieht.
- benutzt ein Objektiv bei dem ihr höchstens eine Brennweite von 30mm habt, außer das Wasser ist richtig klar, dann geht sicherlich auch 50mm.
- fotografiert an einem warmen Tag, wo die Sonne bestenfalls ununterbrochen scheint. (Auch das hellt das Wasser nochmal einiges auf und gibt außerdem schöne Reflexionen)
- stellt die Kamera ein, bevor ihr sie in das Gehäuse tut. Danach wirds schwer.
(Ich hatte  F /5.6, ISO 200, S1/500, Brennweite 30mm, Weißabgleich manuell.)
- Habt Spaß. :)



Donnerstag, 9. Juli 2015

Vier Monate, die alles verändern sollten

Als ich im April meine Zusage für meine neue Ausbildungsstelle im September erhielt, stand ich vor zwei Optionen:

A.) den langweiligen Hungerlohn Job bis dahin weiterzumachen und Null Zeit zu haben. (Mo-Fr von 6- 18 Uhr, weil die Pausen extrem blöd gelegt wurden, Anfahrt gar nicht eingerechenet.) Oder
B.) versuchen für 4 Monate von der Fotografie zu überleben und dabei möglichst viel Spaß zu haben und neue Dinge zu erleben.

Creativ Team, Juni 2015 im Schlosspark Fantaisie, Eckersdorf
...Ja, zweimal dürft ihr raten wofür ich mich entschieden habe. Und es war die beste Entscheidung meines Lebens! Die ersten zwei Monate habe ich noch jeden Auftrag angenommen, den ich kriegen konnte und kam so wirklich gut über die Runden. Ab Juli beschloss ich mich nun mehr auf eigene Projekte und Ideen zu fokussieren, auch alte Freunde wollte ich noch besuchen, bevor im September der Ernst des Lebens wieder losgeht.

Finales Foto "The passing of the grief"
Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich die 4 Monate bisher sehr gut genutzt habe, viele viele tolle Menschen kennenlernen konnte, große Projekte umsetzen konnte, einige neue Möglichkeiten sich auftaten und ich zusätzlich viel Zeit für mich und die wichtigsten  Menschen in meinem Leben hatte.
Rüdesheim, auch 7 Stunden Entfernung halten uns nicht auf
Ab September wird mir diese Große Freiheit sehr fehlen, ab da heißt es dann auch die Fotografie schweren Herzens erstmal nach hinten zu stellen.  Jeden Tag um 5 Uhr aufstehen und erst um 18 Uhr heimkommen. Aber ich weiß, dass es sich lohnt und ich trotzdem Zeit für meine Fotografie und meine liebsten finden werde. <3

Südfrankreich, Vins Sur Caramy, Mai 2015
Südfrankreich, Hyeres, Mai 2015

Samstag, 4. Juli 2015

Die Story hinter "Waiting for the sun to return"

Nachdem ich den Blog hier fast verotten lies, ist es mal wieder Zeit ihn etwas aufleben zu lassen. Zumindest solang ich noch die Zeit dafür habe.

Wie viele schon mitbekommen haben ist 'Waiting for the sun to return' Teil meines Langzeit Projects: Moon Tales. Um genau zu sein, hat es mit der Serie sogar spontan begonnen.
Geplant war das aber nicht. Im Gegenteil, die Idee kam erst während der Bearbeitung.

Ich traf mich mit der wundervollen Sabrina abends im Park und das einzige, was ich wirklich geplant hatte war, mystisch schöne Elfenbilder. Deshalb auch die Perücke. (Ja, ich liebe lange weiße Haare. Es ist eine Sucht. Eine ungesunde Sucht.)
An dem Abend entstanden viele wunderschöne Bilder, auf die ich alle sehr stolz bin...als es dann zur Bearbeitung dieser Serie kam wollte ich die Bilder ursprünglich gar nicht so düster gestalten, doch es kam mal wieder anders.
An dem Tag scrollte ich durch die Bilder von Bella Kotak, welche mich nach wie vor größtenteils inspirieren und wie es der Zufall will, sah ich am selben Tag noch in Facebook eine Kurzgeschichte über die Liebe des Mondes zur Sonne. Mond und Sonne waren in der Geschichte Geschwister, doch der Mond warb jede Nacht im Dunkeln um die Sonne. Als die Sonne forderte, dass er sich zeigen sollte, verbrannte sich der Mond an der Wärme der Sonne und in der nächsten Nacht sah die Sonne die schwarzen Brandflecken und wusste, wer jede Nacht um sie warb. Aus Scham kam der Mond nie wieder in die Nähe der Sonne und machte sich ganz dünn, wenn sie in seine Richtung kam.


Da mein Model in dem Bild durch das lange weiße Kleid un dem Schleier brautähnlich aussieht, der Blick aber eher traurig wirkt war das Ausgangsbild für die Idee perfekt.

Die Geschichte hinter "Waiting for the sun to return" ist, dass Sonne und Mond lange Zeit eins waren. Irgendwann geschah es aber, dass die ewige Melancholie und Dunkelheit von Mond die Sonne selbst mit in ihre Schatten zog und Sonne das nicht mehr wollte. Sonne wand sich von Mond ab um wieder hell strahlen zu können und verliebte sich in die Schönheit unserer Welt, die am Tag so voller Leben ist. So blieb der Mond allein in der Dunkelheit zurück, wo sonst niemand seine Gesellschaft teilte. Eine halbe Ewigkeit wartete der Mond und weinte dabei tausende von Tränen. Durch die von Trauer verursachten Tränen entstanden die Sterne. Die Sterne, welche heute nachts leuchten um den Mond Gesellschaft zu leisten.

"Silver moon upon the deep dark sky,
Through the vast night pierce your rays.
This sleeping world you wonder by,
Smiling on men's homes and ways.
Oh moon ere past you glide, tell me,
Tell me, oh where does my loved one bide?
Tell him, oh tell him, my silver moon,
Mine are the arms that shall hold him"