Samstag, 18. Oktober 2014

Konkurrenzdenken

Bisher war Konkurrenz nie ein Thema für mich gewesen, da ich anfangs hauptsächlich international tätig war und da ist man einfach keine Bedrohung für jemanden. Wie auch? Man lebt ja irgendwo am anderem Ende der Welt.
Seitdem ich aber immer aktiver mit meiner Facebookseite wurde lernte ich auch innerhalb Deutschlands viele Fotografen und Bildbearbeiter kennen. Wobei „kennenlernen“ übertrieben ist, das ganze ist ja nur virtuell. Trotzdem.
Viele davon sind wunderbare, liebe und offene Menschen, die ich in meinem Newsfeed gar nicht mehr missen möchte. Manche würde ich sogar gerne mal real kennenlernen, andere habe ich sogar schon real kennengelernt.
Dass das ein zweiseitiges Schwert ist, sobald die Bekanntheit wächst, ist klar. - Dennoch übertreiben es manche mit ihrem Konkurrenzdenken, finde ich.
Ich hab in dem Bezug schon verrückte Sachen erlebt.

Zum Beispiel gab es da mal jemanden, der erst begeistert war von dem was ich machte und von mir lernen wollte, doch noch im selben Text sagte er, dass er von mir nichts liken oder kommentieren wird, weil er die Konkurrenz nicht unterstützen will. Ergibt das für euch Sinn?

Oder ein paar andere, die einen aus dem einfachen Grund nicht mögen, weil man im selben Bundesland wie sie lebt und somit eine Konkurrenz ist. Egal, ob Sie einen persönlich kennen oder nicht.

Dann gibt es noch die alten Hasen, die aufgrund ihres Alters alles Besserwissen und in ihrer Welt kein Platz für Menschen ist, die bereits in jungen Jahren etwas drauf haben können. Da wird dann nur nach Fehlern und Kritikmöglichkeiten gesucht, warum?... frag ich mich. Was hat man davon?

Ich hab schon länger aufgehört andere Leute in ihrer Kunst zu „kritisieren“, denn ich finde es einfach nicht richtig. Tipps geben ist etwas ganz anderes als Kritik zu geben. Vielen ist manchmal gar nicht bewusst, was sie mit Kritik anrichten können. - anderen wiederum ist es sehrwohl bewusst und tun das absichtlich.

Ich will niemanden verurteilen, noch jemanden zu nahe treten.... doch was mir besonders im Bezug Konkurrenzdenken aufgefallen ist, ist das es hauptsächlich von über 30-jährigen ausgeht. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Einige tolle Fotografen, die ich auch in meiner Freundesliste habe sind überhaupt nicht so. Doch allein von meinen eigenen Erfahrungen her ist das die Einschätzung, die ich zu dem Thema habe....
Während in der Altersgruppe 18 – 25 ich noch niemanden begegnet bin, der irgendwie Konkurrenzdenken hegte und man lieber zusammen voneinander lernte, merkte ich bei 30 – 55 jährigen deutlich unbgeründetes Konkurrenzverhalten.

Ich bin für mehr miteinander und weniger gegeneinander.
Für mich ist es zum Beispiel immer ein Highlight mit anderen kreativen Menschen zusammenzuarbeiten. Da gab es das Projekt wo ich eine Photomanipulation erstellte, während ein anderer Künstler dann seine Paintingskills in das Bild einbrachte.
Vor kurzem hatte ich dann die Zusammenarbeit mit einer anderen Fotografin, die mich fragte, ob ich Lust hätte, zu einem Foto, welches sie gemacht hat, irgendwas fantasyartiges und eigenes zu gestalten. Beide Bilder waren am Ende richtige Hingucker!

Daraus hab ich für mich gelernt, dass man wirklich großes vollbringen kann, wenn man bereit ist mit anderen zusammenzuarbeiten. Wenn man seine Fertigkeiten aber nicht teilen will, weil man fürchtet, dass jemand sie „klauen“ könnte und man Angst vor Konkurrenz hat, dann kann man auch nie wachsen. Man ist vielleicht gut in dem was man macht....aber kann man in so einer Position besser werden? Wenn man nur auf Kritik und Konkurrenz aus ist? Ist das nicht ein totaler Kreativitätskiller?

Letztendlich stören mich diese Konkurrenzdenker zwar nicht...aber es ist lästig und unnötig, auch für sie, finde ich. Vorallem, wenn es auch anders gehen würde... ;) Andererseits könnte man es natürlich auch irgendwo als „Ehre“ ansehen, dass man als Konkurrenz angesehen wird. Aber zu den Menschen gehör ich nicht, die so empfinden.
However, wer sich mit Konkurrenzdenken gut fühlt, soll weiter so machen.
Ich stell es mir unangenehm vor.

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